Unterschiedlicher könnten die Bauwerke gar nicht sein, die als Ziel auf dem Programm der Architekturexkursion der 3. Klasse Handelsschule am 6. Mai standen. Der Besuch der Barockbasilika Sonntagberg machte den Anfang. Die Schüler/innen wurden von Religionslehrer Dr. Wagner angewiesen, vorerst auf die eigene Raumempfindung zu achten und sich forschend durch dieses Bauwerk zu bewegen. Für einige Schüler/innen war es der erste Besuch in dieser Kirche. Basisinformationen zur Baugeschichte, Kirchengeschichtliches zur Barockzeit und Hinweise zu den beeindruckenden Deckenfresken des Meisters Daniel Gran machten die Schüler/innen näher mit diesem Barockjuwel vertraut. Die im Jahr 1972 eingeweihte und ganz im Eindruck des 2. Vatikanischen Konzils konzipierte Kirche in Böhlerwerk wurde als nächstes Bauwerk besichtigt. Der kubische Baustil findet sich hier in praktisch allen architektonischen Formationen und in vielen Details der Inneneinrichtung wieder. Die Neudefinition des kirchlichen Selbstverständnisses im 2. Vatikanischen Konzil als Gemeinschaft, die mit ihrer spirituellen Mitte auf dem Weg durch die Geschichte ist, konnten die Schüler/innen mit einem Blick in den Innenraum ablesen. Die Raumwirkung löste Überraschung, viel Zustimmung aber auch Befremden aus. Die Verwendung edlen Stahls in der Innengestaltung zeigt den Respekt der kirchlichen Ortsgemeinde gegenüber der hier ansässigen und für viele Böhlerwerker/innen existentiell wichtigen Stahlindustrie. Das jüngste Gebäude im Rahmen der Exkursionsfahrt war die Pyramidenkapelle in St. Georgen. 1997 eingeweiht, beeindruckt dieses kleine kirchliche Bauwerk durch seine in der Region kaum vorfindbare Pyramidenbauform. Erinnert die Pyramide symbolsprachlich und baugeschichtlich zuallererst an eine Stätte des Todes, wird diese Pyramide nach allen vier Himmelsrichtungen mit Glaskunstfenstern aufgerissen und für das Leben geöffnet. Glaskünstler Markus Ertl hat in seine Glaskunst die vier Elemente Erde, Sonne, Luft und Wasser verarbeitet, welche die Besucher/innen zu weiteren Assoziationen anregen: Osten, Süden, Westen, Norden, Frühling, Sommer, Herbst und Winter, Verwurzeln, Kraft und Feuer, Freiheit und neue Horizonte, Reifen und Wachsen. Nach dem Verweilen in diesem kleinen mystischen Raum wurden die Schüler/innen von ihrem Religionslehrer noch zu einem abschließenden Umtrunk ins Gasthaus Seisenbacher in Konradsheim geladen. Die Fahrt fand ja zwei Tage vor dem Schulschluss statt.


























































