Ein neues Bild der Erde - mit Globalverstand für ein zukunftsfähiges Leben

HAK/HASCH-Schüler/innen beim Vortrag von Herrn Wolfgang Pekny im Plenkersaal

„Wir befinden uns auf der Erde nicht mehr in einem unendlich großen, grenzenlosen Raum, den es zu erobern gilt, sondern die Erde ist das gemeinsame Raumschiff aller Menschen und aller übrigen Lebewesen“. Mit dem Leitbild vom Raumschiff als eines begrenzten Raumes mit begrenzten Gütern, in dem aber alle Passagiere gut leben wollen, zeigte Wolfgang Pekny am 10. Oktober im Plenkersaal vor 380 Schüler/innen auf, welches vernünftige Handeln es in diesem Raumschiff in Zukunft brauchen wird. Von der HAK und HASCH waren alle zweiten, dritten, vierten und fünften Klassen dabei, dazu kamen noch jeweils rund hundert Schüler/innen aus dem Gymnasium und der HTL. Die Klimabündnisgemeinde Waidhofen unterstützte diesen Vortrag.

Am 20. August dieses Jahres waren die für dieses Jahr vorgesehenen Vorräte im Raumschiff Erde schon aufgebraucht. Ab diesem Tag knabbert die Menschheit bereits an den Vorräten des nächsten Jahres, so der engagierte Referent, der über 20 Jahre an vorderster Front bei Greenpeace tätig war und auch maßgeblich an der Entwicklung des Ökologischen Fußabdruckes mitgearbeitet hat. Was die Lage zusätzlich sehr anspannt, ist die Tatsache, dass nur rund ein Viertel der Menschheit vom Raubbau an den Ressourcen der Erde profitiert, während die anderen drei Viertel noch kaum einen Nutzen draus ziehen konnten und rund eine Milliarde sogar in permanentem Hunger leben muss. Der gesamte weltweite Zugriff auf die natürlichen Ressourcen muss drastisch reduziert werden und innerhalb der „Mannschaft des Raumschiffes Erde“ fair verteilt werden, das ist die große Herausforderung, die aber nach Pekny mit Globalverstand zu bewältigen ist. Man darf nur nicht dumm weitermachen wie bisher, denn „wir sind so nicht zukunftsfähig“. Mit der wissenschaftlichen Umrechnung aller Güter und Dienstleistungen, die man zum Leben braucht, auf Landfläche, hat man in Form der Globalhektar ein Maß in die Hand bekommen, mit dem die „Spuren“, welche Menschen auf dem Planeten hinterlassen, erstmals anschaulich gemessen und auch verglichen werden können. Wenn die verfügbaren 11,9 Milliarden bioaktiven Globalhektar auf dem gesamten Planeten auf die Menschen aufgeteilt werden, dann fallen jedem ca. 1,7 gha zu. Der durchschnittliche Österreicher bewegt sich gegenwärtig aber auf einem Niveau von ca. 5,3 gha.  Mit den fünf „F“ gab Pekny eine Faustregel an die Hand, wie man wirkungsvoll den eigenen Footprint verringern kann: Fliegen besser nie, Wohnen wie im Fass - gut gedämmt, mit erneuerbaren Energien und mit öffentlichen Verkehrsmitteln angebunden, Fleisch und tierische Produkte deutlich weniger konsumieren und wenn, dann aus biologischem Landbau beziehen, Fahren mit dem Auto so wenig wie möglich, Freude an einem zukunftsfähigen Lebensstil.

Aus den Schüler/innenrückmeldungen:

„Herr Pekny hat mir gezeigt, dass es so nicht weiter gehen kann und jeder anpacken muss. Ich selbst werde auch einige Dinge besser und anders machen.“

„Ich fand Herrn Pekny wahnsinnig interessant und habe viele neue Dinge gelernt. Ich werde mein Leben auf jeden Fall in diese Richtung ändern und ergänzen!!“

„Es braucht Fairness!!“

„Wir müssen unser Handeln schleunigst ändern. Jeder einzelne zählt.“

„Es ist eine Katastrophe im Anzug, die aber verhindert werden kann - oder zumindest verzögert werden kann, wenn alle Menschen zusammen ihren Lebensstil ändern.“

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