Wie kuriert man einen Menschenfeind?

Die Schüler/innen der Ethikgruppe erlebten im Rahmen ihrer Wienexkursion am 3. Mai die gegenwärtige Burgtheaterversion zur Lösung dieser Frage. Und es war eine äußerst kraftvolle und schauspielerisch faszinierende Version, mit der hier Der Alpenkönig und der Menschenfeind auf die Bühne gebracht wurde. Für das ethische Nachdenken über das gute Leben, über Empathie, über Achtung, Vorurteile, Toleranz und Wertschätzung gibt das Stück von Ferdinand Raimund allemal noch sehr viel her. Bei all der Energie und dem Witz, die der Alpenkönig, großartig dargestellt von Johannes Krisch, aufbringen muss, um den sich völlig abschottenden Rappelkopf von seinen Wahnvorstellungen gegenüber seiner Familie zu heilen, denkt man als Zuschauer oft und oft an zähe zwischenmenschliche Konfliktlagen und noch zähere politische Feindkonstellationen, aus denen es scheinbar keine Befreiung gibt. Cornelius Obonya, der in so noch nicht gesehener Feurigkeit und Emotionalität den Rappelkopf gibt, treibt die Zähigkeit, mit der Menschen im Selbsthass und mit tiefen Ressentiments gegen die Umwelt leben, auf eine schmerzliche Spitze. Dank des Humors - Adam Oest als Habakuk ist ein Garant dafür - und schräger Überzeichnungen durch die Hauptdarsteller findet die Spannung immer wieder wohltuende Ventile und das Spiel das vom Autor vorgezeichnete gute Ende. 
Die Schüler/innen hatten am Nachmittag mit ihrem Begleitlehrer Dr. Wagner schon die Chance, im Jüdischen Museum in der Dorotheergasse wesentliche Aspekte der jüdischen Geschichte, Religion und Kultur zu vertiefen. Man hatte sich im Unterricht schon ausführlich mit Grundorientierungen jüdischer Ethik beschäftigt. Wie schwer es sein kann, den „Nächsten zu lieben wie sich selbst“, wurde in der abendlichen Theaterwelt schmerzlich und humorvoll zugleich zelebriert.

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Entspanntes Warten vor der berühmtesten Schauspielbühne Österreichs.
Pose vor der Hofburg nach dem Gang durch den ersten Bezirk
Eine sehr engagierte Museumsführung entlang selbstgewählter Objekte erlebten die Schüler/innen im Jüdischen Museum.