All students involved in energy transition

Alle Schülerinnen und Schüler der HAK und HAS werden im Laufe des Schuljahres 2015/2016 mit erfolgreichen Projekten der Energiewende hin zu erneuerbaren Energien konfrontiert. Sie erfahren dadurch Ermutigung, persönlich in die notwendige Energiewende einzusteigen, sie stärken ihr Vertrauen, dass diese Energiewende tatsächlich möglich ist, sie werden mündige Bürgerinnen und Bürger, die sich als politische Subjekte für eine konsequente zukunftsfähige Klima- und Energiepolitik einsetzen.

 

Berichte über Exkursionen, Veranstaltungen und Vorträge werden hier veröffentlicht.

Frischer Wind für die 4BK

Am 14.04.2016 besuchten die Schüler des 4. Jahrganges der Handelsakademie Waidhofen/Ybbs im Rahmen des Schulprojektes „All in“, in dem Schüler alternative Energieträger kennenlernen, eine Windkraftanlage in Pottenbrunn. Nach der Begrüßung und einigen allgemeinen Fakten von Herrn Hantsch zeigte er den Schülern die verschiedenen Arten und Größen von Windrädern. Anschließend wurde das Innenleben eines Windrads begutachtet. Neben technischen Informationen wurden auch wirtschaftliche Aspekte zum Thema moderne und effiziente Energie erläutert und diskutiert.

Zum Abschluss wurde ein Interview durchgeführt und gefilmt.

Nach einem gemeinsamen Gruppenfoto machten sich die Schüler mit vielen neuen Eindrücken auf den Heimweg.

Wärme, die das Klima kalt lässt! ALL IN-Handelsschulexkursion zum Biomasseheizwerk der EVN

Der Wärmequelle ihrer eigenen Schule sind die Schüler/innen der 1. Handelsschulklasse bei der Exkursion ins Fernwärmeheizwerk der EVN in Waidhofen nachgegangen. Sie sind dabei zuallererst auf die Hackschnitzel in Rinde aus der Region gestoßen, die in einer Menge von rund 400 LKW-Ladungen pro Jahr aus Wald- und Landwirtschaftsbetrieben der Region angeliefert werden. Sie konnten direkt in den Brennraum des 5 Megawatt-Heizkessels blicken. Es war beeindruckend, im Bullauge die 1000 Grad heißen Rauchgase mit den Glutpartikeln vorbeigleiten zu sehen, bevor diese ihre Wärme im riesigen Wärmetauscher mit den 660 Rauchgasrohren ans Wasser abgeben. Die Schüler/innen mit ihren Begleitlehrern Schmutzer und  Wagner erfuhren von den Herrn Frühwald und Mosgöllner, dass im Kessel- und Leitungssystem rund 300 000 Liter Wasser pro Stunde umgewälzt werden, um die Wärmeenergie mit rund 95 Grad zu den Endverbrauchern zu befördern. 16 km Netzleitungen sind im Waidhofner Fernwärmenetz verlegt. Die Anlage, so konnten die Schüler/innen im Rahmen des ALL IN-Projektes der Schule zu erneuerbarer Energie bei der Exkursion erfahren, hat einen Wirkungsgrad von rund 85 Prozent und trägt durch den Einsatz von erneuerbaren Energieträgern zu einer CO2-Einsparung von 5000  Tonnen pro Jahr  bei. 

Handelsakademie besuchte Schaukraftwerk Schwellöd

Hannah Schinninger (links) und Jasmin Leichtfried (rechts) vor der Schauturbine im Schaukraftwerk Schwellöd

Am 15. März 2016 besuchten wir, die 1AK und 1BK, mit unseren Begleitlehrern Mag. Birgit Höllmüller und Mag. Walter Langer das Schaukraftwerk Schwellöd.

Zuerst erfuhren wir durch einen kurzen Film mehr über die Geschichte des Wasserrads und der Turbine und auch über die Stromerzeugung durch Wasserkraft.

Anschließend machten wir eine Führung durch das Gelände. Am Beginn unserer Führung, die von Herrn Eibenberger durchgeführt wurde, zeigte und erklärte er uns zwei Arten von Turbinen. Wir konnten alte ausgestellte Turbinen und Generatoren sehen. Danach besichtigten wir die Wehranlage und erhielten auch gleichzeitig viele technische Daten zu dem neuen  Kraftwerk. Zuletzt, machten wir uns auf den Weg zu dem zweiten und älteren Kraftwerk, das jedoch eingestellt wurde und heute nur mehr als Museum dient.

Abschließend kann man sagen, dass die Führung durch die Kraftwerke sehr interessant und informativ gewesen ist, da man im Vergleich zu großen Kraftwerken viel mehr sehen konnte.

Exkursion zu regionaler Windkraft und Photovoltaik

Zwei energieinnovative bäuerliche Familien lernten die Schüler/innen der 3. Klasse Handelsschule bei ihrer ALL IN – Projektexkursion am 17. Dezember kennen. ALL IN bedeutet, dass alle Schüler in diesem Jahr involviert werden in erfolgreiche Projekt der erneuerbaren Energienutzung. Hans Bösendorfer erklärte mit größter Sachkenntnis die Funktionsweise der nachgeführten 30 kWp-Photovoltaikanlage beim Bauernhaus Zattelsberg in Konradsheim. Seit neun Jahren in Betrieb, hat die Anlage Stürme, massive Schneeauflagen und extrem sonnenenergiereiche Jahre erlebt. Den Jahresstromverbrauch für rund 30 Einzelhaushalte liefert das in die steilen Südböschungen gebaute Solarkraftwerk. Die Schüler/innen erfuhren auch viele technische Details über Netzeinspeisung, Wechselrichter, Monats- und Jahresertragsstatistiken. Nach Ablauf des 13-Jahres-Kompletteinspeisvertrages werden sich die Betreiber mit den veränderten Tarifbedingungen bezüglich Ökostromnutzung auseinandersetzen müssen. Die Anlage selbst wird sich bis dahin aber sicher amortisiert haben.

Rund 100kW lieferte das Windkraftwerk der Familie Brenn zum Zeitpunkt der Besichtigung bei rund 5 Meter pro Sekunde Windgeschwindigkeit. Die Exkursionsgruppe war beeindruckt von der beachtlichen Größe der Windkraftanlage mit über 60 Meter Nabenhöhe und der Spitzenleistung von 600 kW. Voll Begeisterung führte Herr Franz Brenn in die speziellen „Geheimnisse“ der Windkraftnutzung ein, die von der Genehmigung, über die Errichtung bis zur nicht einfachen Weiterleitung der großen Strommengen ins öffentliche Netz reichen. So musste für dieses Kraftwerk vom Betreiber eine eigene 20 Kilovolt Hochspannungsleitung zum nächsten leistungsfähigen Transformator des öffentlichen Stromnetzes erstellt werden. Dass laut Auskunft von Herrn Brenn heutige Windkraftwerke bis zum mehr als dem Zehnfachen an Leistung erreichen, bestätigte die Wichtigkeit dieser erneuerbaren Energiequelle für die Zukunft. 

„PHOTOVOLTAIK auf ACKERFLÄCHEN“ - MISCANTHUS, der Sonnenenergiespeicher

Am 27. November besuchten die Schüler/innen der 4 AK das Unternehmen „nahwärme.at Energiecontracting GmbH in Persenbeug und Petzenkirchen. Der besonderen Art des Brennstoffes für zwei Fernwärmewerke in unserer Region galt unser Interesse – Miscanthus giganteus oder auch Elefantengras genannt. Die Organisation und Leitung der Exkursion oblag unserer Biologielehrerin, Frau Mag. Elisabeth Grüner.

Schon im NAWI-Unterricht wurde uns diese sogenannte C4-Pflanze botanisch vorgestellt – verstärkte Photosyntheseleistung durch besondere Blattstruktur, kein Dünger- und Spritzmittelbedarf, völlig „wartungsfrei“ für die nächsten 20 Jahre nach Erstauspflanzung und eine äußerst positive CO2 – Bilanz. Das Elefantengras wird im Frühjahr von Landwirten der Region geerntet, gehäckselt und entweder als Schüttmaterial oder zu Pellets gepresst in den Heizwerken Persenbeug und Petzenkirchen verfeuert.

Das dort entstehende Heißwasser (etwa 95°C) wird durch unterirdisch verlaufende isolierte Stahlrohre in die Wärmetauscheranlagen der Fernwärmekunden geleitet. Diese sind private Haushalte, Schulen, Kindergarten, Kirche und die örtliche Gastronomie. Der Gasthof Böhm in Persenbeug und der Bärenwirt in Petzenkirchen gehörten zu den ersten Abnehmern dieser nachwachsenden Energie.

Das Einführungsreferat zum Thema und die Fachführung in den Heizwerken besorgte der Projektentwickler dieser großartigen Idee, Herr Mag. Johannes Furtlehner. Die Begeisterung und Motivation für die Umsetzung dieses Projekts ist aus jedem seiner Worte herauszuhören und sein ungebrochenes Engagement ist ansteckend. Unser Dank gilt dem Gasthof Böhm für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und der freundlichen Bewirtung.

Mit Pionieren wie die Person Johannes Furtlehner und seiner Mitarbeiter ist die erhoffte Energiewende zu schaffen –  davon ist die 4 AK der HAK Waidhofen/Ybbs  jedenfalls überzeugt.

Biogas- und Fernwärmeanlage Wallsee – 100 Haushalte am Netz Energiebauernhof Wagner Zeillern – Alternativenergie in vielen Facetten

Am 20. November konnten die Schüler/innen der 5 BK die Erfolgsgeschichte der Biogas- und Fernwärmeanlage Wallsee hautnah erleben. Hundert Haushalte, das Landespensionistenheim, der Kindergarten, die Schulen und die Gastronomiebetriebe werden mit Fernwärme versorgt.

„Durch die Strom- und Wärmeproduktion mit Methangas aus dem Fermenter können jährlich rund 3500 Tonnen des Treibhausgases CO2 eingespart werden“ – Obmann Walter Rosenberger legte eine beeindruckende Ökobilanz vor. Die Anlage ist seit 2005 in Betrieb und das organische Material für den Input der Biogasanlage wird von fünf Landwirten der Region geliefert. Gras, Gülle, Hirse, Triticale und Zuckerrüben werden in den Gärbehältern mit einem Fassungsvermögen von 2700 m3 in Biogas verwandelt. Der Output ist beträchtlich: 250 – 300 m3 Gas pro Stunde verlassen die Faultürme. Der ausgefaulte Biodung wird von den Landwirten zurück auf die Felder gebracht und damit eine erfolgreiche Kreislaufwirtschaft geschlossen.

Nicht minder beeindruckend ist der Pionier- und Unternehmergeist eines einzelnen Landwirtes in der Gemeinde Zeillern, Friedlmühle. Herr Josef Wagner führt dort einen sogenannten Energiebauernhof. Seine persönliche Erfolgsstory begann mit einer Biogasanlage, kurze Zeit später folgte die Installation einer Windkraftanlage, einer Photovoltaikanlage und einer Biodieselproduktionsanlage aus Altspeiseöl . Der energieautarke Bauernhof ist zu einem bedeutenden Wärmeproduzenten geworden. Mit anfallender Überschusswärme werden außerdem pro Woche ca. 20 Tonnen Altbrot aus umliegenden Supermarktfilialen getrocknet und so für die Futtermittelfirma „Fixkraft“ zum Beimischen zu Fertigfutter vorbereitet. Damit werden weggeworfene Lebensmittel in einen sinnvollen Kreislauf rückgeführt.

Beide Exkursionsziele, die von Frau Mag. Grüner organisiert wurden, überzeugten vom Gelingen der Energiewende. 

Waste to energy – die thermische Abfallverwertungsanlage Zwentendorf/Dürnrohr

Am 30. April 2015 besuchten die 4. Jahrgänge der HAK die größte und modernste Anlage zur thermischen Abfallverwertung in Österreich.

Jährlich werden dort über 500.000 Tonnen Rest- und Sperrmüll der niederösterreichischen Haushalte   einer umweltgerechten Behandlung unterzogen. Dieses einzigartige Konzept beginnt bereits mit der Anlieferung der Abfälle und Reststoffe per Bahn und endet in der Nutzung der Energie im Müll zur Erzeugung von Strom, Fernwärme und Prozessdampf für die Industrie.

Eine professionelle Anlagenführung mit ausreichend Input an Know-how über Anlagenbau und Technik auf höchstem Niveau, die präzise Anzeige und lückenlose Kontrolle der Emissionen und die umfassende Beantwortung von noch offenen Fragen ließen diese Exkursion zu einem Highlight in unserer Schullaufbahn werden.

Ökologie und Ökonomie wird hier in einer klaren Win-Win-Situation vorgelebt. 

Beim „VULKAN“ in Wels

„Kraftwerk“ und „Vulkan“ wurde der ganz neuartige Kirchenbau in Wels St. Franziskus schon genannt:

-          Vulkan, weil außen grau, innen aber intensiv rot und nach oben und vorne zur Sonne hin offen

-          Kraftwerk, weil hier einerseits wirklich Energie erzeugt und ins Netz geliefert wird und andererseits Menschen diesen Ort für sich als persönliche Kraftquelle sehen

 

Am 20. Oktober besuchten die Schüler/innen der 3ABK-Klassen unter der Leitung von Mag. Martina Riegler-Sulzbacher und in Begleitung von Dr. Hermann Wagner diesen konsequent nach ökologischen Kriterien geplanten Kirchenbau. Herr Holzapfel, Mitarbeiter der Pfarre, eröffnete den Gästen aus der HAK Waidhofen an der Ybbs mit viel Überzeugung den Blick auf die baulichen und spirituellen Besonderheiten. Durchgehende Solararchitektur, Photovoltaik an der Außenfassade, Solare Warmwassergewinnung mit Kollektoren am Dach und erneuerbare Energieträger auch bei der Pelletsheizung lassen eine klare Linie erkennen. Maximale Schonung der Natur und größtmöglicher Einklang mit ihr, dass versucht sich diese Pfarre von ihrem Patron, dem Heiligen Franz von Assisi „abzuschauen“. Von Assisi stammen auch das kunstvolle Kreuz aus Olivenholz sowie der Bodenstein beim Lesepult im Inneren der Kirche. Dass sich an diesem Ort moderne Menschen mit einem hellen Bewusstsein für die gegenwärtigen Herausforderungen wohl fühlen, das konnte man gut nachvollziehen.  

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